17.12.2011

Wolfgang Holitschke 40 Jahre Mitglied der SPD


Eine Dankesrede von Heinrich Georg Schneider
Schön dass wir das noch erleben dürfen. Da haben doch nach der letzten Bundestagswahl im September 2009 schon einige ganz Schlaue das Ende unserer SPD oder zumindest eine Spaltung der Partei vorausgesagt. Zugegeben, es war natürlich ein schlechtes Wahlergebnis. Aber vom Ende unserer Partei oder von einer Spaltung spricht heute, gut zwei Jahre später, keiner mehr. Im Gegenteil, die SPD ist wieder zurück und beansprucht zu Recht und mit erstarktem Selbstbewusstsein Deutschland wieder zu regieren. Wir Sozialdemokraten sind wieder so stark, dass ich fest daran glaube, dass wir Wolfgangs 80-jährige Mitgliedschaft  in unserer Partei und mit unserer Partei auch noch feiern werden.
Da Melanie diese Ehrung in die Vorweihnachtszeit gelegt hat bin ich also verpflichtet, nur Gutes über dich zu sagen. Einige Tage vor Weihnachten soll man ja möglichst jeden Ärger vermeiden. Aber Wolfgang, du wirst es nicht glauben, das fällt mir nun wirklich nicht schwer.  Von deinen 40 Jahren Mitgliedschaft  hast du nun fast 25 Jahre mit mir verbracht.  Und während dieser langen Zeit habe ich vieles an dir zu schätzen gelernt. Nicht nur, dass du eigentlich der ideale Stadtrundführer und Reiseveranstalter für Europäische Hauptstädte bist, das habe ich ja erst in den letzten Jahren erfahren können. Nein, was ich an dir wirklich schätze,  ist deine Loyalität und Solidarität, deine Loyalität gegenüber unserer SPD, dem Ortsverein, deine Loyalität gegenüber der Fraktion. Seit 40 Jahren stehst du der Partei mit deiner  sozialdemokratischen Überzeugung zur Verfügung.  Aber nicht nur in Ämtern oder Funktionen wie Ortsvereinsvorsitzender, Ratsmitglied,  Kreistagsmitglied oder stellv.  Bürgermeister, sondern auch als derjenige, der 40 Jahre Kommunalpolitik mitgestaltet hat und an der Weichenstellung für viele Projekte in unserer Gemeinde maßgeblich beteiligt war.
Wolfgang, und das will ich auch betonen, war sich nie zu schade, und das bis heute, für die Partei selbst Hand anzulegen. 40 Jahre aktiver Wahlkampf bei Kommunalwahlen, Landtagswahlen, Bundestagswahlen, Europawahlen, seit 1999 noch zusätzlich Bürgermeister- und Landratswahlen.
Verschweigen will ich aber auch nicht Wolfgangs ehrenamtliches Engagement außerhalb unserer Partei. So ist Wolfgang vor wenigen Wochen  ebenfalls für 40-jährige Mitgliedschaft in Verdi bzw. der ÖTV ausgezeichnet worden. Auch hier bewies Wolfgang Solidarität und setzte sich über Jahrzehnte als Personalratsmitglied energisch für die Belange seiner Kolleginnen und Kollegen ein.
In all den vielen Jahren unserer Zusammenarbeit habe ich mir eigentlich nur ein einziges Mal Sorgen um dich, Wolfgang, gemacht. Am 14.März 2003 wurde in der Regierungserklärung von Bundeskanzler Gerhard Schröder die AGENDA 2010 verkündet. Ihr wisst alle, dass diese Reform mit großen Einschnitten bei unserem Wählerpotential verbunden war. Ich nenne hier beispielhaft:  Aufweichung des Kündigungsschutzes, Reduzierung des Arbeitslosengeldes sowie der  Bezugsdauer, Einführung von Minijobs also Förderung des Niedriglohnsektors, Gründung der Ich-AG, Steuergeschenke für Großunternehmen, usw., usw. Das war eine schlimme Zeit, als der SPD viele, auch langjährige Mitglieder, vor allem aus den Gewerkschaften, aber nicht nur Mitglieder sondern auch Sympathisanten den Rücken gekehrt haben. Diese AGENDA 2010 war auch die Voraussetzung oder Grundsteinlegung für die Gründung der WASG (Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit). Heute die Linke. Das war der Zeitpunkt an dem ich merkte, dass auch die Solidarität und Loyalität von Wolfgang überfordert wurde. Damals sagte ich dir, das überstehen wir auch noch. Da müssen wir durch. Und wie ist es gekommen, wir haben es überstanden. Und wenn ich die Ergebnisse des in dieser Woche beendeten Bundesparteitages sehe, dann weiß ich, dass unsere Partei wieder auf dem richtigen Weg, in der richtigen Spur ist.
Wolfgang, fünf Jahre warst du zweiter stellv. Bürgermeister, seit zwei Jahren bist du nun unser erster stellv. Bürgermeister. Und ich weiß, dass du dieses Amt gerne und sehr gut ausübst. Das wissen aber nicht nur wir, sondern du wirst inzwischen auch von den Augustdorfer Bürgern geschätzt.  Gerade an dieser Stelle möchte ich mich herzlich dafür bedanken, dass  du in dieser Funktion jede Gelegenheit wahrnimmst, um die Augustdorfer SPD gut zu vertreten.
Ich weiß, dass ich mit dir einen äußerst verlässlichen Partner und Freund in und außerhalb der Fraktion, in den Rats- und Ausschusssitzungen neben mir habe. Und glaubt mir alle, das ist ein gutes und wichtiges Gefühl.
In diesem Sinne, Wolfgang, lass uns gemeinsam im Interesse unserer Partei die Legislaturperiode bis 2014 erfolgreich zu Ende führen, ich als dein Fraktionsvorsitzender und du als unser Bürgermeister. Vielen Dank!   Bürgerzentrum am 09.12.2011



 
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