Bekenntnis zu unserer Gemeinde

Trotz vermeintlichem Stillstand nach großen Veränderungen in den 1990er Jahren bleibt unsere Gemeinde weiterhin liebenswert. Würde man die Jahrzehnte ab ca. 1984 als fortschrittlichen Zeitenwandel Augustdorfs bezeichnen, so könnte man gut gemeint das letzte Jahrzehnt als Konsolidierungsphase charakterisieren. In den 90er Jahren wurde Augustdorf mit großen Anstrengungen und großem Engagement der Verantwortlichen und Beteiligten zeitgemäß modernisiert und erneuert. Ein Jahrzehnt der Aufbruchsstimmung wäre sicherlich auch die angemessene Wertschätzung. Mit dem Neubau des Rathauses einschließlich des Bürgerzentrums, des Rathausplatzes, Ausbau der Pivitsheider Straße, Errichtung einer zweiten Grundschule, Einrichtung der Realschule, Neugestaltung des Heidesportplatzes mit Kunstrasen, Einrichtung des Rasensportplatzes Schlingsbruch, Neubau der WITEX-Halle und Einrichtung des Altenzentrums am Schlingweg wurden Meilensteine geschaffen, von denen heute noch alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Vereine profitieren.

Nationalpark nach Aufgabe der militärischen Nutzung

Eine falsche Richtung stellt für uns aber die rigorose Ablehnung eines Nationalparks durch die Ratsmehrheit dar. Fakt ist, dass die Briten den Truppenübungsplatz Senne einschl. Stapel schon bald aufgeben werden. Bereits in diesem Jahr werden die Briten Detmold verlassen.Fakt ist auch, dass das Verteidigungsministerium nicht darauf wartet, den Truppenübungsplatz Senne zwangsläufig und bedingungslos zu übernehmen. Die Verteidigungsministerin spricht ausdrücklich davon, dass im Falle der britischen Freigabe das Verteidigungsministerium eine Bedarfsprüfung durchführen werde und in diese Prüfung umwelt- und naturschutzrechtliche Aspekte mit dem Land Nordrhein-Westfalen und den Anliegergemeindeneinfließen werden. Lediglich beabsichtigt sei, Gelände, demnach also nur Teile des Truppenübungsplatzes, weiterhin militärisch zu nutzen, um den in Augustdorf stationierten Truppenteilen die für die standortnahe Ausbildung erforderliche Infrastruktur bereitzustellen. Diese Aussage von Frau von der Leyen kann nur so gedeutet werden, dass für die Augustdorfer Bundeswehr wesentlichkleinere Teile der Übungsplätze ausreichend seien. Sollte sich die Verteidigungsministerin gegen die weitere Nutzung des Truppenübungsplatzes Senneentscheiden, wäre die Ablehnung eines Nationalparks verheerend für unsere Region, für die einzigartige Natur und insbesondere für uns in Augustdorf. Nur auf die Karte Militär bzw. Bundeswehr zu setzen, wird keine Zukunft haben. Somit kann es für uns nur eine sinnvolle und folgerichtige Entscheidung geben und diese lautet „Einrichtung eines Nationalparks nach Aufgabe der militärischen Nutzung“. Als weiteres zukünftiges gewichtiges Standbein würde ein Nationalpark als Mittelpunkt mit den bereits heute vorhandenen touristischen Ziele in unserer Region für Augustdorf eine bedeutende Einrichtung. Die SPD-Fraktion ist der festen Überzeugung, dass Lippe und insbesondere Augustdorf langfristig von einem Nationalpark nur profitieren kann. Es werden Arbeitsplätze entstehen, auch im touristischen Bereich. Ein Aufschwung im Hotel- und Gaststättenbereich wird eintreten. Insgesamt liegt hier liegt die Zukunft für unsere Gemeinde.

Länger gemeinsames Lernen

Demographische Veränderungen kommen nun seit einigen Jahren in unseren Schulen an. Trotz sinkender Schülerzahlen können heute noch beide Grundschulen als eigenständige Schulen betrieben werden. Die Hauptschule musste zwischenzeitlichleider aufgelöst werden. Grund hierfür waren die sich verändernden Einstellungen der Eltern zu dieser Schulform und den daraus resultierenden fehlenden Anmeldungen. Dieser Zeitpunkt wäre sicherlich der zukunftsweisende Schritt und der richtige Zeitpunkt für die Gründung einer Sekundarschule gewesen. Damit wäre möglichst vielen Schülern die Möglichkeit gegeben worden, im Rahmen des längeren gemeinsamen Lernens ihre Schule in Augustdorf zu besuchen. Während fast alle umliegenden Städte und Gemeinden, teilweise sogar interkommunal, also städteübergreifend, Sekundar- und Gesamtschulen errichteten, fehlte der Ratsmehrheit der Mut, diese erforderliche Modernisierung zu beschließen. Hierzu müssen aber die Bedürfnisse in unserer Gemeinde Beachtung finden. Nicht nur im Kindergartenbereich bei den Über-Dreijährigen sondern bereits bei den Unter-Dreijährigen ist der wachsende Bedarf an Ganztagsbetreuung offensichtlich. So muss in diesem Jahr zum 01. August noch eine neue Kindertagesstätte eingerichtet werden, da die bereits vorhandenen Kindertagestätten den Bedarf an Ganztagsbetreuung nicht mehr abdecken können. An beiden Grundschulen vervielfachten sich in den vergangenen Jahren die eingerichteten offenen Ganztagsgruppen. In Augustdorf zu behaupten, dass Ganztagsunterricht bzw. Ganztagsbetreuung nicht gewünscht sei, ist bewusste Irreführung und realitätsfremd. Eine von der SPD wiederholtbeantragte Befragung der betroffenen Eltern wurde abgelehnt.

Werbung um Gewerbe

Neben den Schlüsselzuweisungen, also einem Anteil an der Einkommensteuer, ist die Gewerbesteuer die wichtigste Einnahmequelle für unsere Gemeinde. Die Schlüsselzuweisungen des Landes können wir nicht unmittelbar beeinflussen. Diese werden nach festen Parametern berechnet. Daher verbleibt als die von uns zu beeinflussende Einnahmequelle lediglich die Gewerbesteuer. Wir wollen nicht die Vergangenheit heranziehen, aber Fakt ist, dass mit dem Umlegungsverfahren zwischen Kohlen- und Imkerweg genau das eingetreten ist, wovor die SPD jahrelang gewarnt hat. Viele der Eigentümer können, wollen oder brauchen die ausgewiesenen Gewerbeflächen nicht zu verkaufen. Dem Rat sind die Hände gebunden, und so wächst Gras statt neuer Firmen zwischen teuren, voll erschlossenen Gewerbestraßen. Und was passiert in unserer unmittelbaren Nachbargemeinde Stukenbrock an der Augustdorfer Straße? Hier siedelt sich Zug um Zug eine Firma nach der anderen an. Dort entstehen neue Arbeitsplätze und Gewerbesteuern fließen beständig. Für uns bleibt im Nachhinein nur die Hoffnung bzw. der Appell an die Grundstückseigentümer, ihre Grundstücke interessierten Investoren anzubieten. Neuausweisungen von Gewerbeflächen werden die Bezirksregierung schwerlich ermöglichen solange ausgewiesene Gewerbeflächen brachliegen.

Nachhaltige Finanzpolitik

Die interkommunale Zusammenarbeit wurde von der CDU vor fünf Jahren leider zur Chefsache erklärt. Augenscheinlich gibt es bei der interkommunalen Zusammenarbeit im Rat unterschiedliche Deutungen oder Auffassungen. Natürlich ist die Mitwirkung im kommunalen Rechenzentrum oder in der Volkshochschule Lippe West eine Art der interkommunalen Zusammenarbeit. Aberwas wir wollen, was wir uns darunter vorstellen und erwarten, bedeutet wesentlich mehr. Die Bündelung unserer Verwaltungsdienstleistungen ist noch lange nicht erschöpft. Hier sind noch große Einsparpotentiale für unsere Gemeinde möglich Gerade in den vergangenen Wochen wurde dem Rat von den Damen der IHK oder im Rahmen des Landesentwicklungsplanes wieder deutlich gemacht, wie entscheidend die interkommunale Zusammenarbeit in Zeiten knapper Kassen und Ressourcen bereits heute ist und zukünftig immer entscheidender gerade für das Überleben kleiner Gemeinden sein wird. Nachhaltige Finanzpolitik bedeutet heute insbesondere, die interkommunale Zusammenarbeit auf allen Gebieten auszubauen. Daran wird die SPD arbeiten.

Ärztliche Versorgung

Hinsichtlich der medizinischen Versorgung in unserer Gemeinde können wir uns sicherlich glücklich schätzen. Mehrere, teilweise spezialisierte, Hausärzte sowie mehrere Zahnärzte stellen eine sehr gute allgemeine medizinische Versorgung sicher. Zwei Apotheken und ein Optiker runden den medizinischen Bereich ab. Natürlich wäre es wünschenswert, auch einen Kinderarzt und Gynäkologen in Augustdorf anzusiedeln, doch hierzu reicht unsere Einwohnerzahl heute und auch voraussichtlich zukünftig nicht aus.

Einzelhandel und Handwerk angemessen vertreten

Mit dem Umfang des Angebotes des Einzelhandels und unserer Handwerkerbetriebe sowie der Gastronomie können wir zufrieden sein. Leider müssen auch wir in Augustdorf Leerstände im Einzelhandel zur Kenntnis nehmen. Zieht man hier aber einen Vergleich mit anderen Lippischen Gemeinden, dann können wir mit unseren Einkaufsmöglichkeiten durchaus zufrieden sein. Natürlich wird auch in unserer Gemeinde der ständig anwachsende On-line-Handel zukünftig Spuren hinterlassen.

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